Es geht los! Jetzt wird gebloggt.

Ein Buch, eine Homepage, eine Facebook-Seite und ab heute einen Blog – ich bin also mittendrin in der medialen Welt. Gut so! Denn es gibt viele Themen, die mir wichtig sind, über die ich gerne schreibe und die man andernorts auch mal links liegen lässt. Ich habe mir keinen leichten Stoff ausgesucht – das weiß ich. In einem Artikel las ich kürzlich, dass es für Blogger ratsam ist, vorab zu analysieren, welche Themen Leser denn so lieben, was sie gerne lesen und anschließend auch regelmäßig verfolgen.

Tja, diese Analyse habe ich mir ehrlich gesagt gespart. Ich werde nicht gegen Mode- und Rezeptwelten, gegen Beautyseiten, Reiseblogs oder Happiness-Seiten antreten. Unter uns – diesen Ehrgeiz habe ich gar nicht. Denn schlussendlich sollte man das zum Thema machen, was einem am Herzen liegt und was einen wirklich bewegt. Dann wird es interessant und bleibt auch authentisch.

Mein Schlagwort für dieses Blog heißt deshalb OFFENHEIT.

Offenheit schön und gut, aber offen für was? Grundsätzlich halten wir uns doch alle für offen, oder? Eben. Trotzdem gibt es Situationen, die wir gerne ein kleines Stückchen von uns wegschieben. Manchmal ticken nur Gedanken wie Man muss sich schlimmen Szenarien ja nicht noch ausdenken … oder Dass ich irgendwann sterben muss ist sicher, doch daran denken will ich lieber nicht. Sicher sind solche Gedanken verständlich. Aber sind sie auch hilfreich? Oder stellen sie sich uns womöglich in den Weg? Denn leider besteht unsere Welt nicht ausschließlich aus Glanz, Erfolg und Sonnenschein. Nein. Sie besteht aus viel mehr. Es gibt sie eben auch, die dunkleren Tage und die Einschnitte.

Die LEBENSEINSCHNITTE. Die CUTs.

Ausgesucht haben wir sie niemals, wir haben sie oft noch nicht mal erahnt – da sind sie trotzdem. Sie brechen herein wie ein Sturm, stellen alles auf den Kopf und bringen ein beschauliches Leben ganz schön durcheinander: eine schwere Krankheit, ein schmerzender Verlust, eine gravierende Veränderung oder manch ausweglos erscheinende Phase, während der man am liebsten den Kopf ganz tief in den Sand steckt.

Es sind die Bereiche des Lebens, die eben nicht die Sonnenseite treffen.

Themen, die man gewiss eine Zeit lang ignorieren oder ausklammern kann. Vielleicht funktioniert es bei manchen, sie zu verdrängen. Doch da sind sie trotzdem. Auch wenn sie oft nur das eigene Leben streifen: Die Kollegin ist schwer erkrankt, der Nachbar hat seine Frau verloren, eine gute Bekannte leidet angeblich unter Depressionen …

Was aber, wenn sie konkreter werden, einen sogar selber betreffen?

Manche antworten mir dann: „Zu diesem Zeitpunkt kann ich mich ja immer noch mit den Schattenseiten des Lebens beschäftigen.“ Stimmt! Dem kann ich erst mal nicht widersprechen. Allerdings sehe ich heute trotzdem eine Gefahr: Es macht die Lage nicht einfacher, plötzlich Gedanken zuzulassen, die man bis zu diesem Zeitpunkt vollständig verdrängte. Und trifft der Einschnitt jemand anderen, weiß man häufig nicht was tun oder sagen. Und aus Unsicherheit folgt deshalb Ignoranz. Sicher nicht leicht für denjenigen, der in der schwierigen Situation feststeckt.

Auch ich kenne Lebenseinschnitte.

Durch den Tod meines Mannes mit nur 35 Jahren, einer vorausgegangenen Krebserkrankung mit zahlreichen nicht wirkenden Therapien, der darauf folgenden Trauer und dem Schmerz weiß ich, was ein CUT im Leben bedeutet: Wenn plötzlich das gestern nichts mehr zählt. Wenn Tage mit einem Mal völlig anders verlaufen als bisher. Wenn man gerade noch das Heute bewältigt, weil jeder Gedanke an ein Morgen fehlt.

Ich habe weder ein Patentrezept gegen ungewollte Veränderungen noch gegen akuten Schmerz oder für den Kampf gegen Krankheiten.

Was ich allerdings habe, ist eine Unterstützung, etwas, was der Unsicherheit bei nicht alltäglichen Themen entgegentritt. Etwas, was Kummer, Sorgen und Ängste beinhaltet, deshalb aber trotzdem nicht des Platzes verwiesen wird. Selbst wenn es nicht trendy ist, nicht happy macht und kein schönes Lebensgefühl hervorrufen. Etwas, was trotzdem auch Hoffnung, Unterstützung und Verständnis schenkt. Und ein Miteinander, den Beistand und ein Kennenlernen fördert.

Es ist die OFFENHEIT.

Der Austausch. Ein darüber Reden. Oder ein darüber Schreiben und Lesen. Damit das Hinsehen möglich ist. Auf dieser Plattform möchte ich hinsehen. Und darüber reden. Auch wenn etwas weder glänzt noch Erfolg verspricht. Egal ob es um eine Krebserkrankung, einen Todesfall oder das Schicksal eines Flüchtlings geht. Doch auch positive Wendungen, interessante Porträts, Gesundheitsthemen und wertvolle Hilfestellungen finden hier ganz sicher einen Platz.

Machen wir Offenheit zum Thema. Schauen wir gemeinsam hin.

 

 

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