Sonnenschein Willkommen! Doch wie genau schütze ich mich vor UV-Strahlung?

Schneeflocken im April? Kommt bei mir heute gar nicht gut an … Wie jedes Jahr im Frühling könnte ich auf die lausig kalten Tage gerne verzichten und hoffe inständig auf Wärme, lang anhaltenden Sonnenschein und auf die Zeit, in der man die Tage wieder mehr draußen als drinnen verbringt. Denn Sonnenlicht ist ein wahrer Stimmungsaufheller, schenkt gute Laune und kurbelt die wichtige Vitamin D Produktion im Körper kräftig an.

Wenn es dann endlich, endlich soweit ist, halte ich mich allerdings nicht mehr so sorglos wie früher in der Sonne auf und nehme Sonnenschutz mittlerweile sehr ernst. Denn neben vielen Vorteilen birgt die UV-Strahlung Gefahren, die viele unterschätzen. Auch weil Medien heute immer noch kräftig dazu beitragen, eine sonnengebräunte Haut als Schönheitsideal zu verkaufen, das Fitness und Vitalität ausstrahlt.

Mein Umdenken in Sachen Sonnenschutz war radikal,

nachdem mich vor einigen Jahren die Diagnose Hautkrebs traf. Und zwar gleich in doppelter Form: schwarzer und heller Hautkrebs.

Den schwarzen Hautkrebs kannte ich – ein malignes Melanom. Ein bösartiger Tumor der Pigmentzellen, der sich durch Metastasen rasend schnell im Körper ausweiten kann. Sonnenbrände in der Kindheit gelten dafür als Risikofaktor. Allerdings kann ich mich bei mir selber konkret an keinen erinnern. Also heißt es im Umkehrschluss nicht: keine Sonnenbrände und somit später kein Melanom! Denn Hautschädigung kommt schleichend, intensive Sonnenbänder tun ihr Übriges und gerade bei Kindern entwickelt sich der Schutzmechanismus der Haut erst mit den Jahren.

Was aber hat es mit dem hellen oder weißen Hautkrebs auf sich, der in vielen Teilen der Bevölkerung überhaupt nicht bekannt ist? Immerhin gehört der Basalzellkrebs, der zur Gruppe der hellen Hautkrebsarten zählt, zur häufigsten Hautkrebsart. Grundsätzlich stuft man den hellen Hautkrebs als weniger gefährlich ein als den schwarzen, da er selten streut und sich meist gut behandeln lässt. Wird er allerdings nicht entdeckt, kann er sehr viel umliegendes Gewebe zerstören. Heller Hautkrebs entsteht durch dauerhafte Sonneneinstrahlung und tritt deshalb häufig im Gesicht auf.

Was ist nun ein guter Sonnenschutz, damit man die Tage im Freien wirklich genießen kann?

Drinnen waren wir in den Wintermonaten ja nun lange genug. Für meine Diplomarbeit habe ich mich vor ein paar Jahren genau damit beschäftigt. Ich nahm mit Professor Dr. med. Eggert Stockfleth, Leiter des Hauttumorcentrums der Charité Berlin Kontakt auf und sprach mit Dr. med. Jessica Hassel, Hautärztin am Universitätsklinikum Heidelberg. Zudem besuchte ich in Heidelberg eine Kindertagesstätte, die das Label „Sonnenschutzkindergarten“ von der Europäischen Hautkrebsstiftung ESCF erhalten hatte. Diese Auszeichnung bekommt man als Einrichtung, wenn man gewisse Vorgaben zum Sonnenschutz erfüllt. Weitere Infos zu diesem tollen Projekt findet ihr unter Sun Pass Kindergarten.

Dr. Stockfleth bezeichnete die Haut damals als persönliches „Sonnenkonto“, auf das die Menschen mit UV-Strahlen einzahlen, aber nicht wieder abheben können. Wenn das Konto gefüllt ist, steigt das Hautkrebsrisiko an, denn der direkte Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und Hautkrebs ist nachgewiesen. Menschen vom Hauttyp I und II (helle Haut und rötliche oder blonde Haare) haben ein deutlich kleineres Konto als dunklere Hauttypen.

Somit ist beim Sonnenschutz ganz wichtig:

  • Intensive UV-Strahlung meiden: Und das kann man in den sonnenintensivsten Monaten Mai bis September am besten in der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr, denn da trifft rund die Hälfte der täglichen Strahlung auf die Erde.
  • Auf angemessene Kleidung achten: Eine Kopfbedeckung aufsetzen und auch im Sommer draußen Kleidung tragen, die die Schultern bedeckt und bis zu den Knien reicht. Spezielle UV-Schutzkleidung schützt die Haut generell besser als herkömmliche Baumwollkleidung. Vor allem am Strand und im Schwimmbad sind Sonnenschutz-Shirts und Hosen gut geeignet, da sie auch im Wasser schützen und schnell wieder trocknen. Gute Sonnenschutzkleidung findet ihr zum Beispiel auf der Seite Sonnenschützer.
  • Ausreichend und regelmäßig Sonnencreme benutzen: Und zwar als Ergänzung an den Hautstellen, die nicht durch Kleidung geschützt werden können. Also im Gesicht und an Armen und Beinen. Und das Nachcremen nicht vergessen. Wichtig sind Produkte mit ausgeglichenem UV-A und UV-B-Filter.
  • Eine Sonnenbrille aufsetzen: Auch schon die Kleinen. Denn intensives Sonnenlicht kann die Augen schädigen.

Ein gesundes Verhalten im Umgang mit der Sonne ist wegen der langfristigen Folgen wie vorzeitige Hautalterung, Schädigung der Augen und Hautkrebs

sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen extrem wichtig. Für australische Kinder gehört der Satz: „Slip on a shirt, slop on sunscreen, slap on a hat“ (Zieh dir ein T-Shirt an, creme dich mit Sonnenmilch ein und setz dir einen Hut auf) übrigens schon lange zum Alltag. Der Effekt der Kampagne ist überaus positiv, denn entgegen dem Trend in vielen anderen Ländern, sinkt in Australien die Zahl der Neuerkrankungen an Hautkrebs.

Ja, mittlerweile gehöre ich auch zur Fraktion der regelmäßig cremenden Gesellschaft in den sonnenintensiven Monaten.

Ich habe mich durch etliche Produkte probiert, denn nicht jede Sonnencreme lässt sich angenehm auftragen. Hängen geblieben bin ich bei Daylong, einer Sonnencreme aus der Apotheke. Zum einen, weil sie mir von mehreren Ärzten empfohlen wurde, zum anderen, weil sie gut einzieht und nicht klebt. Zu meiner Sommerkleidung zählen nun auch UV-Shirts, in die ich nicht nur mein Kind stecke, sondern ebenfalls trage. Auch wenn ich da am Strand oder im Schwimmbad in den letzten Jahren noch zu einer Minderheit bei den Erwachsenen gehörte …

Ach, und was neben dem Sonnenschutz natürlich auch nicht vergessen werden sollte: ein regelmäßiges Hautscreening beim Hautarzt. Denn wenn es zu einer Hautschädigung kam, kann man diese bei einer Kontrolle wenigstens frühzeitig entdecken und behandeln.

Und jetzt heiß es: Daumendrücken für den Frühling, für Wärme und für schönen Sonnenschein 😉

 

Bildquelle: © Natallia Vintsik – fotolia.com

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